Anlässlich des 80. Geburtstags des früheren Kreisvorsitzenden der SPD, Leo Notz, fand 1988 ein Empfang im Alten Rathaussaal in Lauf statt, an dem u. a. auch Bürgermeister Albrecht Frister sowie die Gemeinderäte Dr. Manfred Fleischmann und Manfred Schwendtner teilnahmen. Im Verlauf dieses Abends wandte sich Alfonso Cuesta an die drei Teilnehmer aus Schwarzenbruck. Der gebürtige Urretxuer, der bereits mehrere Jahre in Winkelhaid lebte, lud sie in sehr engagierter Weise ein, seine Heimatstadt zu besuchen.
Eher unverbindlich sagten die Schwarzenbrucker zu, dass sie sich das überlegen wollten. Dabei war ihnen nicht bewusst, dass Alfonso Cuesta bereits einen festen Besuchstermin mit Vertretern aus Urretxu vereinbart hatte. Als er einige Monate später an die organisierte Reise erinnerte, fielen sie aus allen Wolken.
Keiner hatte diesen angeblich fest vereinbarten Termin gespeichert und konnte ihn wegen anderer Verpflichtungen auch nicht so kurzfristig wahrnehmen. Cuesta hatte in Urretxu offensichtlich bereits erheblichen Wirbel um diesen bevorstehenden Besuch „hochrangiger Politiker aus Deutschland“ (so die örtliche Presse) gemacht, allerlei Aktivitäten und Besuche organisiert und bat eindringlich, mit ihm so bald wie möglich in seine Heimatstadt zu fahren.
Die Schwarzenbrucker entschlossen sich schließlich, seinem dringenden Wunsch nachzukommen, und traten am 14. April 1989 zusammen mit Alfonso Cuesta die Reise im Pkw nach Urretxu an. Dort erwartete sie ein dicht gepacktes Programm, u. a. auch das wiederkehrende zweitägige große Fest mit vielen landesspezifischen Attraktionen wie z. B. tonnenschweres Steineschleppen, dem Zerhacken großer Holzstämme oder einer „Tour de Bask“ mit dem fünfmaligen Tour-de-France-Sieger Miguel Indurain.
Der wesentliche – von Alfonso Cuesta sicher so geplante – Zweck dieser Reise war jedoch nicht der Besuch dieses sehr interessanten Festes oder die Einladungen zu den dort traditionell bestehenden Kochclubs, sondern Gespräche mit örtlichen Kommunalpolitikern sowie Vertretern der Bezirksregierung in San Sebastián.
In den Gesprächen mit dem damaligen Bürgermeister Ramon Arbizu und dem Gemeinderat von Urretxu (auch der spätere Bürgermeister Peijo nahm daran teil) wurde relativ schnell das eigentliche Ziel dieses Besuchs seitens Urretxu deutlich: die Vorbereitung einer Partnerschaft zwischen der baskischen Stadt Urretxu und einer deutschen Stadt beziehungsweise Gemeinde.
Natürlich hatten die Schwarzenbrucker aus vielen Unterhaltungen mit Alfonso Cuesta bereits eine gewisse Ahnung vom Zweck dieser Gespräche. Während die Überlegungen hinsichtlich einer möglichen Partnerschaft im Gemeinderat von Urretxu offensichtlich schon relativ weit gediehen waren, konnten die Beiträge aus Schwarzenbruck nur rein persönlicher Natur sein. Im Gemeinderat von Schwarzenbruck war über dieses Thema überhaupt noch nicht gesprochen worden, und es gab deshalb auch kein Mandat für irgendwelche Absprachen.
Diese Gespräche waren insbesondere für Bürgermeister Albrecht Frister äußerst schwierig, da er keine festen Zusagen – weder inhaltlich noch terminlich – machen konnte. In vielen Unterhaltungen mit örtlichen Vereinen und Betrieben hatte er jedoch den Eindruck gewonnen, dass ein engerer Austausch zwischen den beiden Gemeinden durchaus positive Effekte für beide haben könnte.
Letztlich wurde zugesagt, das Thema „Partnerschaft mit Urretxu“ im Gemeinderat in Schwarzenbruck zu behandeln und für einen positiven Beschluss zu werben. Dies geschah auch, und nach sorgfältigen Beratungen in den jeweiligen Gremien wurde zwei Jahre nach dem Besuch in Urretxu im Mai 1991 die Partnerschaft zwischen Urretxu und Schwarzenbruck besiegelt.

